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Unsere langjährige Pflegemutter, Frau Hilde Zax, berichtet: Seit über 30 Jahren, genau seit dem 6.2.1976 leiten mein Mann und ich das Pflegenest Luising.
Eigentlich bin ich gelernte Textilverkäuferin, aber Kinder sind mir schon immer sehr am Herzen gelegen und ich habe auch selbst drei Söhne. Somit war es leicht, einen Entschluss zu fassen, als RETTET DAS KIND 1975 bei uns ein Pflegenest einrichten wollte. Nach Gesprächen mit einer Psychologin und der Leitung von RETTET DAS KIND durften wir 1976 unsere ersten fünf Pflegekinder im Alter von zwei bis acht Jahren in Empfang nehmen.

In den folgenden 31 Jahren lebten viele, viele Kinder bei uns - die meisten für fünf bis zehn Jahre. Jedes hatte seine eigene, oft sehr traurige Vergangenheit, die es aus seinem ursprünglichen Elternhaus weg und zu uns geführt hatte. Probleme, ein Kind in unsere Gemeinschaft einzugliedern und es so zu fördern, dass seine Talente und guten Eigenschaften zum Tragen kamen, konnten dabei nicht ausbleiben. Aber es ist doch jedes Mal gelungen, einen geeigneten Weg zu finden. Ich habe jedes Kind geliebt - auch seiner Eigenarten wegen.
Wir waren immer eine große Familie, und für uns war es selbstverständlich, erziehend und gestaltend am Leben der Kinder teilzunehmen. Trotz vieler Schwierigkeiten haben die meisten Kinder einen Beruf wie etwa Koch, Kellner, Metallfacharbeiter u.a.m. erlernt.
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Als aber der kleine Wolfgang (Name geändert) zu uns kam, war ich anfangs manchen Abend nahezu verzweifelt und erschöpft. Unser kleines Sorgenkind hat mit vier Jahren, als es Teil unserer Familie wurde, kein Wort gesprochen. Der Bub hatte auch eine Verhaltensstörung und ist außerdem Epileptiker. Mit viel Geduld ist es gelungen, ihn in einer Sonderschule zu integrieren, die er dann auch abgeschlossen hat. Wolfgang ist mittlerweile ein junger Mann, der in seiner Umgebung als liebenswert und vertrauenswürdig gilt und sehr geschätzt wird. Er arbeitet als Anlernling in einer geschützten Werkstätte und wird als Landschaftspfleger viel Freude an seinem Beruf haben. Wenn er uns besucht, geht für mich immer die Sonne auf.
Mit meinen ehemaligen Pflegekindern habe ich in der Regel noch immer herzlichen Kontakt und bin von ihnen 11fache "Großmutter", was ein wirklich schönes Gefühl ist.
Zur Finanzierung unserer Großfamilie trägt RETTET DAS KIND ganz wesentlich bei, was für unser tägliches Auskommen sehr wichtig ist. Das vereinfacht z.B. die Finanzierung eines Ausfluges oder die Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung. Und es fällt dadurch auch leichter, ein abgewohntes Möbel rechtzeitig ersetzen zu können.
Um unseren Kindern, die in ihrem ursprünglichen Schicksal oft gezeichnet zu uns kommen, ein frohes, freundliches Heim geben zu können, bitte ich Sie um Ihre Hilfe, um Ihre Spende.
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